Jugendinformation
Die LAG Multimedia betreibt im Land Brandenburg ein virtuelles Jugendinformationsportal – den Jugendserver Brandenburg www.jugendinfo.com. Der Betrieb wird mit Mitteln des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg unterstützt. Mit Gelingen einer strukturellen Verankerung von Angeboten der JIM im Land werden auch regionalisierte Jugendinformationsangebote umgesetzt.
Der nachfolgende Text ist dem Qualitätshandbuch Jugendinformation in Deutschland entnommen, an dessen Entwicklung die LAG Multimedia aktiv mitgearbeitet hat.
Jugendinformation findet als ein Bestandteil der Kinder- und Jugendhilfe und dort zumeist der Jugendarbeit statt.
Junge Menschen haben einen besonderen Informationsbedarf, da sie sich im Prozess der Verselbständigung und des Übergangs in einen neuen Lebensabschnitt befinden. Jugendinformation ist die Befriedigung eines Informations- und Beratungsbedürfnisses junger Menschen, denn Jugendinformation wird auch als Beratung verstanden. Das Arbeitsfeld Jugendinformation kann in Deutschland nicht auf eine direkte gesetzliche Verankerung zurückgreifen, außerdem liegen der Jugendhilfe föderale Strukturen in Länder bzw. Kommunalhoheit zugrunde, so dass die Rahmenbedingungen für Jugendinformationsdienste sehr differenziert und inhomogen sind. Hieraus ergibt sich, dass sich auch die Aufgaben, Angebote und Leistungen von Jugendinformationsdiensten von Art und Umfang unterscheiden. Gemeinsam ist jedoch allen Diensten und Einrichtungen, dass zielgruppenrelevante Informationen recherchiert, aufbereitet und weitergegeben werden.
Eine zentrale Aufgabe der Jugendinformation ist es, Kinder, Jugendliche und Erziehende über Aufgaben, Angebote und Leistungen der Jugendhilfe zu informieren, ihnen Orientierung
zu geben und somit eine selbst- und verantwortungsbewusste Nutzung sozialer Dienste zu ermöglichen. Durch Information und Beratung können Jugendinformationsdienste jungen
Menschen Hilfe zur Selbsthilfe in individuellen Problemsituationen geben. Darüber hinaus unterstützen die Informationsangebote Jugendliche bei der Suche nach Freizeit- und Bildungsangeboten.Der Alltag von Kindern und Jugendlichen in der so genannten Informationsgesellschaft geht einher mit einer Informationsüberflutung, die jungen Menschen eine Orientierung erschwert. Ihnen sind daher Informationsangebote zu unterbreiten, die ihnen den Zugang zu Informationen einerseits und in der Folge Teilhabe an der Wissensgesellschaft andererseits ermöglicht. Im “Weißbuch Jugend” der EU ist ein enger Zusammenhang zwischen Information und Partizipation beschrieben. Nur wer über Informationen über unterschiedlichste gesellschaftliche Zusammenhänge verfügt, kann sich tatsächlich auch engagiert beteiligen. In diesem Kontext kommt der Jugendinformation eine besondere Rolle in der Aufklärung Jugendlicher als Basis für gesellschaftliche Teilhabe zu.
Jugendinformationsdienste haben eine Recherche-, Übersetzungs- und Aufklärungsfunktion. Alle Informationen nehmen Bezug auf die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen bzw. von Familien. Es ist die Aufgabe von Jugendinformationsdiensten, den jeweiligen Zielgruppen die gewünschten Informationen in geeigneter und verständlicher Weise zur
Verfügung zu stellen. Dabei orientieren sie sich am bekannten oder vermuteten Bedarf der Zielgruppen. Ferner berücksichtigen Jugendinformationsdienste die unterschiedlichen
Zugänge ihrer Zielgruppen zu Informationen, die unterschiedlichen Beeinträchtigungen unterliegen können. Daher sollen individuelle Benachteiligungen der Adressatinnen und
Adressaten bei der Ausgestaltung der Informationsangebote sowie bei der Wahl der Informationsmedien berücksichtigt werden. Ferner ist die unmittelbare Beteiligung
Jugendlicher an der Arbeit von Jugendinformationsdiensten zu ermöglichen, die auch dazu dient, bedarfsgerechte Informationsangebote vorzuhalten.
Zahlreiche Jugendinformationsdienste unterbreiten außerdem Angebote für Träger, Einrichtungen und Mitarbeitende im Bereich von Jugendhilfe und soziokultureller Arbeit. Auch hier stehen Recherche, Aufbereitung und Weitergabe von Informationen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren im Zentrum der Aktivitäten. Darüber hinaus wirken Jugendinformationsdienste an Vernetzungsprozessen sozialer Dienste mit und führen Veranstaltungen und Projekte für und mit anderen Institutionen durch.
In Abhängigkeit von Art und Umfang eines Jugendinformationsdienstes unterscheiden sich die grundlegenden Aufgaben bzw. Angebote:
1. Virtuelle Jugendinformationsangebote:
- Recherche, Aufbereitung und Veröffentlichung von Informationen über Websites
- ggf. Information und Beratung über virtuelle Medien (z. B. E-Mail, Forum, Online-Beratung)
2. Jugendinformationszentren:
- Recherche, Aufbereitung und Veröffentlichung von Informationen über unterschiedliche Medien (Websites, Flyer, Broschüren, Datenträger etc.)
- individuelle Information und Beratung von Kindern, Jugendlichen, Eltern und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren als face-to-face-Angebot bzw. über
unterschiedliche Medien (z. B. E-Mail, Forum, Online-Beratung) - Durchführung von Informationsveranstaltungen und Projekten für und mit den einzelnen Zielgruppen (Partizipation)
Ziele von Jugendinformation
Jugendinformation hat das Ziel, jungen Menschen Informationen über Angebote der Jugendhilfe in verständlicher Form bereit zu stellen, sie über die jeweiligen gesetzlichen
Grundlagen und die Angebotsformen aufzuklären sowie ihnen Hilfestellungen für die Inanspruchnahme sozialer Dienste zu geben. Jugendinformation möchte Orientierung und Hilfe zur Selbsthilfe geben Ziel ist es, eine Verbesserung des Zugangs der Jugendlichen zu Informationsdiensten zu erreichen sowie eine verstärkte Bereitstellung hochwertiger Informationen. Ein weiteres Ziel ist die Förderung der Beteiligung der Jugendlichen an der Information für Jugendliche, z. B. an der Gestaltung und Verbreitung von Informationen.
Ein allgemeineres Ziel ist es, eine aktive Staatsbürgerschaft der Jugendlichen zu erreichen.
Zielgruppen von Jugendinformationsanbietern und –einrichtungen
Die Zielgruppen der Angebote von Jugendinformation, also die Adressaten, für die Informationsangebote in unterschiedlichster Form entwickelt und angeboten werden,
variieren in ihrer Zusammensetzung ähnlich wie die Angebote und Strukturen der Einrichtungen selbst. Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass die prioritär angesprochene Zielgruppe Jugendliche zwischen 13 und 27 Jahren sind. Eine konkrete Festlegung auf bestimmte Untergruppen wie z.B. Mädchen, Migrant/-innen, Arbeitslose findet in der Regel nicht statt. Darüber hinaus werden von einigen Jugendinformationsanbietern aber auch Multiplikator(inn)en angesprochen, das heißt Erwachsene (Eltern, Erzieher/-innen, Lehrer, Jugendarbeiter/-innen etc.), die mit Jugendlichen arbeiten oder in irgendeiner Form mit ihnen zu tun haben.
Die Jugendinformationsangebote sollen Jugendliche in der betreffenden Altersgruppe befähigen, ihr Leben aktiv und selbst bestimmt zu gestalten und ihre Möglichkeiten der
Partizipation am öffentlichen Leben in der ihnen gemäßen Weise adäquat wahr nehmen zu können. Den sie begleitenden Multiplikator(inn)en sollen mit den Angeboten der
Jugendinformationsanbieter unterstützende Materialien an die Hand gegeben werden, um sie auf diesem Prozess angemessen zu begleiten.
Wichtige Webadressen:
www.jugendinfonetz.de Plattform von Jugendinformationsdiensten in Deutschland
www.eryica.org Plattform der Europäischen Jugendinformations- und Beratungsagentur (englisch)
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